KiBiz-Reform nachgeschärft: Mehr Verlässlichkeit für frühkindliche Bildung

17.04.2026
Pressemitteilung

Nach einem vertrauensvollen Dialog mit Eltern, kommunalen Spitzenverbänden, Trägern der Kirchen und der Freien Wohlfahrtspflege, den Gewerkschaften sowie der Kindertagespflege werden wir die Reform des Kinderbildungsgesetzes (KiBiz) in fünf zentralen Punkten nachschärfen. Ziel ist es, Bildungsqualität und Chancengerechtigkeit ebenso zu stärken wie Stabilität und Verlässlichkeit im Kita-System. Familienministerin Verena Schäffer hat die Änderungsvorschläge am Mittwoch vorgestellt. Die schwarz-grünen Regierungsfraktionen werden sie als Änderungsantrag in den Landtag einbringen.

Dazu erklärt Martin Lucke, direkt gewählter CDU-Landtagsabgeordneter für Bergisch Gladbach und Rösrath:

„Für uns ist klar: Kita muss stattfinden – verlässlich, planbar und in guter Qualität.

Die Familien in Bergisch Gladbach und Rösrath brauchen keine starren Vorschriften. Sie brauchen ein Kita-System, auf das sie sich im Alltag verlassen können. Genau dafür sind die jetzt vorgestellten Anpassungen am KiBiz ein starkes Signal – für die Kitas, für die Eltern, für die Träger und für die Beschäftigten, die jeden Tag Großartiges leisten.

Ein zentraler Schritt für mehr Verlässlichkeit ist die Regelung bei den Gruppengrößen. Eine Überschreitung um maximal zwei Kinder bleibt weiter möglich, wenn das dafür notwendige Personal vorgehalten wird. Zusätzlich können in den Gruppenformen I und III in Ausnahmesituationen für bis zu sechs Wochen im Jahr bis zu zwei weitere Kinder aufgenommen werden, um kurzfristige Schließungen zu vermeiden. Gerade für kleinere Einrichtungen ist das wichtig. Es ist besser, vor Ort für wenige Tage eine pragmatische Lösung zu ermöglichen, als Familien in akuten Situationen plötzlich ohne Betreuung dastehen zu lassen. Klar ist aber auch: Flexibilität braucht Regeln. Deshalb entfällt zwar die Genehmigungspflicht, die Anzeigepflicht bleibt bestehen. Für die Gruppen mit den jüngsten Kindern gilt weiterhin: Eine vorübergehende Überbelegung ohne personelle Anpassung ist nicht möglich.

Ebenso wichtig ist, dass das Kita-Helfer-Programm dauerhaft im KiBiz verankert werden soll. Kita-Helferinnen und Kita-Helfer entlasten das pädagogische Personal bei alltäglichen, nichtpädagogischen Aufgaben und schaffen so Freiräume für die eigentliche Bildungs- und Erziehungsarbeit. Davon sollen künftig alle Einrichtungen in Bergisch Gladbach und Rösrath profitieren – unabhängig von ihrer Größe. Gerade kleinere Kitas erhalten damit verlässlich Zugang zu dieser Unterstützung. Jede Einrichtung kann künftig mit einer Förderung in Höhe von 16.200 Euro pro Kindergartenjahr rechnen.

Mit der Neuregelung von Kern- und Randzeiten bekommen die Träger mehr Spielraum, um den Personaleinsatz passgenauer am Alltag in den Einrichtungen auszurichten. Dass die Mindestkernzeit nun auf 35 Stunden pro Woche erhöht werden soll, ist ein wichtiges Signal für Verlässlichkeit und Qualität zugleich. Entscheidend ist: Auch in den Randzeiten bleibt die Betreuung qualitätsgesichert. Es muss jederzeit mindestens eine pädagogische Fachkraft in der Einrichtung anwesend sein.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Sprachbildung. Sprache ist der Schlüssel für Bildungserfolg und gesellschaftliche Teilhabe. Deshalb ist es richtig, die plusKitas deutlich zu stärken. Durch zusätzliche Mittel fließt künftig deutlich mehr Geld in die Sprachförderung unserer Kleinsten. Davon profitieren vor allem Kinder, die besondere Unterstützung brauchen. Das ist ein wichtiger Beitrag zu mehr Chancengerechtigkeit von Anfang an.

Richtig ist zudem, dass auch Ausbildung und Personaloffensive gestärkt werden. Zusätzliche Mittel für Praxisanleitung helfen dabei, neue Fachkräfte zu gewinnen, Auszubildende besser zu begleiten und das System langfristig zu stabilisieren. Denn mehr Verlässlichkeit für Familien gibt es auf Dauer nur mit starken Teams in den Kitas.

Diese Anpassungen zeigen: Uns sind die Rückmeldungen aus der Praxis wichtig. Wir schaffen mehr Stabilität im System, mehr Spielraum vor Ort und weniger unnötige Bürokratie – ohne die Qualität aus dem Blick zu verlieren. Das gibt Familien mehr Planungssicherheit im Alltag und stärkt unsere Kitas vor Ort in Bergisch Gladbach und Rösrath.“